Aktiv gegen Menschenfeindlichkeit aufstehen

ARGE Freie-Sprecher Huber appelliert mit Sozialrede an Ehrenamtliche

In einem leidenschaftlichen Appell beim Sozialempfang der Stadt München rief Norbert J. Huber, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege München (Arge Freie), dazu auf, menschenfeindlichen Aktionen und Äußerungen gegenüber Minderheiten entschieden entgegen zu treten. Die Gäste bestärkte Huber in ihrem Engagement als Ehrenamtliche, sich nicht einschüchtern zu lassen.
Gerade in München gebe es Erfolge einer nachhaltigen Integration, wenn Flüchtlingskinder nach kurzer Zeit in Regelklassen unterrichtet werden könnten, Jugendliche Deutsch lernten, in Ausbildungen vermittelt würden und erwachsene Geflüchtete einen Arbeitsplatz fänden.

Der Verrohung der Sprache erteilte Caritas-Geschäftsführer Huber eine klare Absage und ermutigte Politiker wie Ehrenamtliche, ihre Stimme zu erheben und für den sozialen Frieden einzutreten.
„Lauthals grölende Schreihälse“, die sich im öffentlichen Raum und im Internet breitmachten, seien eine Minderheit. Huber berief sich auf eine Ende Oktober von der Ludwig-Maximilians-Universität München veröffentlichte Studie, die ergab, dass Ausländerfeindlichkeit in Bayern kaum noch Zustimmung finde. Auch wenn in vielen Bereichen der Gesellschaft Menschenfeindlichkeit gegenüber bestimmten Gruppen herrsche und Muslime und speziell Flüchtlinge häufig Ziel feindlicher Einstellungen seien. Laut Studie trage dazu und zum besorgniserregenden Anstieg der Gewaltbereitschaft bei, wenn öffentlich – auch von Politikern - Ängste geschürt würden. Auch die Schamgrenze für ausländerfeindliche Äußerungen und Übergriffe würde dadurch auf ein unerträgliches Niveau abgesenkt.

Die Politik forderte Huber deshalb auf, fremdenfeindlicher Gesinnung mit sachlichen Erklärungen und Fakten zu begegnen, statt Randgruppen gegeneinander auszuspielen oder zu polemisieren. Sonst seien sie mitverantwortlich für ein ausländerfeindliches Klima und Übergriffe gegenüber Flüchtlingen. Denn nur eine weltoffene Gesellschaft habe Potenzial für eine gute wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Den Münchner Bürgerinnen und Bürgern dankte Huber für ihren „unschätzbar wertvollen Beitrag zur Förderung nachhaltiger Integration“ und ermutigte sie zum Schluss „lassen Sie uns gemeinsam aktiv gegen Menschenfeindlichkeit aufstehen. Lassen Sie uns gemeinsam für Menschlichkeit einstehen“.

Zurück