ARGE Freie München fordert mehr Geld für Migrationsberatung Erwachsener

„Migration ist die Zukunft unserer Gesellschaft“

Die derzeit vorhandenen Mittel für die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) reichen bei weitem nicht aus und müssen deshalb im kommenden Haushaltsjahr deutlich erhöht werden.
Das fordert die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in München anlässlich des bundesweiten Aktionstags am 20. September.
Günther Bauer, Sprecher der ARGE Freie München, erklärt:
„Menschen, die nach ihrem Asylverfahren eine Bleibeperspektive bei uns haben, brauchen oft eine intensive Beratung, damit sie sich sozial und gesellschaftlich gut integrieren können. Migrationsberatung ist Integrationsberatung.“
Für die vorhandenen Mittel von Bund, Land und Kommune seien die Wohlfahrtsverbände zwar dankbar, eine wirkungsvolle Arbeit sei damit aber nur teilweise zu leisten: „Derzeit kommen auf eine Migrations-Fachkraft 300 Personen mit Beratungsbedarf.“

Die Beratungsgespräche mit anerkannten Geflüchteten und Menschen aus anderen EU-Ländern seien sehr komplex und erforderten einen hohen Zeitaufwand. Meistens gehe es um Themen wie Integration in den Arbeitsmarkt, Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen, Zugang zu Kindertageseinrichtungen oder Schulen, Familienzusammenführungen und komplexe Behördenangelegenheiten.
Bauer: „Alle Mittel, die hier in die Beratung fließen, sind gut angelegtes Geld.“ Eine gelingende Integration stelle eine große gesamtgesellschaftliche Chance dar: „Sie lindert den Fachkräftemangel, stärkt die Sozialversicherungen und entzieht zudem rechtspopulistischer Stimmungsmache den Boden.“

MBE-Beratungen sind ein Angebot der Freien Wohlfahrtsverbände; sie ergänzen die vom Bund geförderten Integrationskurse.
Beide Programme sind vor Ort stark aufeinander bezogen und miteinander verzahnt. Doch während beispielsweise der Bund für das nächste Jahr rund 667 Millionen Euro für Integrationsangebote veranschlagt hat, sind für MBE-Maßnahmen lediglich 52,2 Millionen vorgesehen. Auch mit zusätzlichen Mitteln des Freistaats und der Kommune sei eine dem Bedarf der Menschen gerecht werdende Arbeit nur begrenzt möglich.
Bauer wörtlich: „Diese Schieflage muss ausgeglichen werden; Ziel ist ein Beratungsschlüssel von 1:100 sowie die Übernahme von Sach- und Leitungskosten.“

Zurück