Lücken aus Pflegestärkungsgesetz ausgleichen

Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege zum „Sechsten Marktbericht Pflege“ des Sozialreferats

Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege München (Arge Freie) mit ihrem Sprecher und Vorsitzenden, Caritas-Geschäftsführer Norbert J. Huber, hat zu den im „Sechsten Marktbericht Pflege“ des Sozialreferats formulierten Strategien und Planungen zur pflegerischen Versorgung in der Landeshauptstadt München ausführlich Stellung genommen.

Die Arge Freie begrüßt im Grundsatz die Maßnahmen der Stadt München, die damit Lücken ausgleicht, die das Pflegestärkungsgesetz des Bundes nicht berücksichtigt.
Die Arge Freie fordert aber in mehreren Bereichen eine Nachbesserung, um die pflegerischen Versorgung in München zu stabilisieren und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln:

  • Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ist für den Bereich der ambulanten Pflege kaum berücksichtigt und in die Planung einbezogen worden.
  • Die Personalgewinnung in der Pflege wird einseitig zugunsten des kommunalen Anbieters verfolgt. Die freie Wohlfahrtspflege ist definitiv benachteiligt.
  • Für den steigenden Bedarf an hauswirtschaftlicher Versorgung stehen Lösungen aus, die den Trägern kostendeckende Versorgungsleistungen vor allem für einkommensschwache Senioren/Seniorinnen ermöglichten.
  • Im Stationären Bereich werden in Folge des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs mehr und differenzierte Angebote für Senioren/Seniorinnen mit intensiverem Pflegebedarf oder für Menschen mit demenzieller Veränderung notwendig sein. Dieser Bedarf darf jedoch nicht zu Lasten der Anzahl der Pflegeplätze gehen.
  • Im Sinne einer vorausschauenden Planung sind deshalb entsprechende Grundstücksflächen vorzuhalten.
  • Die Investitionsförderungen für Träger der stationären Altenhilfe müssen aufrechterhalten bzw. ausgebaut werden.
  • Die Fachlichkeit des Pflege- und Betreuungspersonals muss durch entsprechende Schulungen und Ressourcen neu justiert werden etwa durch den Ausbau der Fachkompetenz in der Geronotopsychiatrie und der Palliativen Versorgung. Dies könnte über Modellprojekte und Zuschussprogramme für eine qualitativ hochwertige Pflege geschehen.

Es sind geeignete Ausbildungsmöglichkeiten und Fortbildungen zur Förderung der Integration von Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund anzubieten und zu finanzieren. Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege München hofft sehr, dass das Sozialreferat auch unter neuer Leitung mutig die Belange und Bedürfnisse der Menschen und nicht administrative Erfordernisse in den Vordergrund stellt und weiterhin auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Freien Trägern der Wohlfahrtspflege sowie den vielen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt setzt.

Hier die ausführliche Stellungnahme zum Ansehen oder Download.

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