Sozialpolitik geht nicht alleine

Stabübergabe 2019
Quelle: Michael Nagy

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Rolle der Freien Wohlfahrtspflege gewürdigt. Bei der innerdiakonischen Stabübergabe von Günther Bauer an Andrea Betz sagte das Stadtoberhaupt, er „genieße die konstruktive Zusammenarbeit mit den Sozialverbänden“. Es sei besser, Probleme im internen Gespräch zu lösen als öffentlich darüber zu streiten. Die Zusammenarbeit mit den Verbänden in München sei „gut und lange gewachsen“; die Stadt brauche kooperationsbereite Träger: „Sozialpolitik geht nicht alleine.“

Angesichts einer sich eintrübenden wirtschaftlichen Situation prognostizierte das Stadtoberhaupt, dass auch die bayerische Landeshauptstadt zusehends schwierigen Zeiten entgegengehe. Gemeinsame Aufgabe sei es, die allergrößten sozialen Ungerechtigkeiten abzufedern.

 Als eines der drängendsten Probleme bezeichnete Reiter den anhaltenden Fachkräftemangel. Um diesen bezahlbaren Wohnraum bieten zu können, sei es wichtig, ausreichend Wohnungen zu bauen. „Da hält sich die Begeisterung bei den Münchnern allerdings in Grenzen“, kritisierte Reiter. Er hingegen wolle „so viel wie möglich bauen“ und spezielle Sozialgenossenschaften gründen, in denen Angehörige von Sozialberufen bevorzugt Wohnraum bekämen.

Andrea Betz, die neue Sprecherin der sechs Münchner Wohlfahrtsverbände, hob die Bedeutung einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Stadtpolitik, Verwaltung und Trägern hervor. Die Wohlfahrtsverbände verstünden sich dabei als „soziale Weichensteller“. Die Fachkompetenz von Mitarbeitenden in mehr als 600 Organisationen bringe man gerne zum Wohle der Stadt ein. Auch aus ihrer Sicht sei der Fachkräftemangel eine große Herausforderung, die schnell gelöst werden müsse.

Günther Bauer bezeichnete die verbändeübergreifende Zusammenarbeit in München als einzigartig: „So etwas gibt es in ganz Bayern nicht.“ Ein großer Teil des sozialen Friedens in der Stadt sei in der Vergangenheit durch die freie Wohlfahrtspflege zustande gekommen. Bauer wörtlich: Wir ringen und rangeln auch manchmal um die beste Lösung.“

Klaus Honigschnabel

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