Vor dem Elend nicht die Augen verschließen!

Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege kritisiert die Ablehnung des Deutschen Bundestags, Unbegleitet Minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aus humanitären Erwägungen in Deutschland aufzunehmen.
Mehr als 120 Kommunen hatten sich im Bündnis „Sichere Häfen“ bereiterklärt, besonders schutzbedürftige geflüchtete Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Die Mehrheit im Deutschen Bundestag stimmte gestern jedoch gegen ein humanitäres Aufnahmeprogramm, das vor allem für Flüchtlingskinder ohne Eltern gelten sollte. Andrea Betz, Sprecherin der Münchner Wohlfahrtsverbände, kritisiert dies: „Vor dem Elend, das in Griechenland passiert, dürfen auch wir in München nicht die Augen verschließen.“ Deutschland trage Verantwortung, andere Mitgliedsstaaten an der EU-Außengrenze solidarisch zu unterstützen. Während an einer europäischen Lösung der Flüchtlingsverteilung gearbeitet werde, seien aus menschlichen Erwägungen heraus dringend lebensrettende Ad-Hoc Maßnahmen nötig.

Die Lage geflüchteter Menschen in den EU-Hotspots auf den griechischen Inseln sei schon seit langem „katastrophal“, so Betz. „Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit sorgen wir uns insbesondere um das Wohl der vielen Kinder und Jugendlichen.“ Auch würden die Kinderrechte nach der UN-Kinderrechtskommission in den Lagern nicht eingehalten. Betz wörtlich: „Kinder haben ein elementares Recht auf Gesundheit, Fürsorge, Bildung und Schutz vor Gewalt.“ Dies alles erfolge in den griechischen Lagern nicht oder nur höchst unzureichend.

Dass München als soziale Stadt Mitglied im Bündnis „Sicherer Häfen“ ist und sich bereit erklärt hat, Unbegleitet Minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen, begrüßen die Wohlfahrtsverbände ausdrücklich.
In den Jugendhilfeeinrichtungen der freien Träger stehen ausreichend Kapazitäten zur Verfügung. Diese könnten schnell und unkompliziert belegt werden – sofern die Politik grünes Licht gebe. Besonders Unbegleiteten Kindern und Jugendlichen, deren Verwandte sich schon in Deutschland befinden, soll ein zügiger und unbürokratischer Familiennachzug ermöglicht werden. Die Kosten der Maßnahmen dürften jedoch nicht zu Lasten der aufnahmebereiten Kommunen gehen, fordert die ARGE-Sprecherin.

Zurück