Wohlfahrtsverbände sind gute Partner für Dritten Arbeitsmarkt

Caritas begrüßt Vorschläge von Wirtschaftsreferent Josef Schmid

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für Langzeitarbeitslose gefordert

Die Arbeitsgemeinschaft der Münchner Wohlfahrtspflege unter Federführung der Caritas begrüßte auf ihrer Sitzung am Donnerstag, 26. Februar, die öffentliche Ankündigung des Referenten für Arbeit und Wirtschaft und Bürgermeisters Josef Schmid, in der Landeshauptstadt einen Dritten Arbeitsmarkt zu etablieren. Im Januar hatten die Wohlfahrtsverbände unter der Leitung von Caritas-Geschäftsführer Norbert J. Huber bei einem Gespräch mit Schmid ihre Forderung nach einem echten Dritten Arbeitsmarkt bekräftigt. Dabei wurde vereinbart, dass das Konzept, das für die Stadt München entwickelt wird, frühzeitig mit den Wohlfahrtsverbänden abgestimmt wird.

Die Wohlfahrtsverbände fordern seit Jahren einen echten Dritten Arbeitsmarkt, der sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse für Langzeitarbeitslose schafft, die auf dem Ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben. „Diese Menschen brauchen eine sichere Perspektive. Sie dürfen nicht von einer Maßnahme zur nächsten geschickt werden“, betont Huber. Die Arbeitsplätze müssten einen wirtschaftlich sinnvollen Ertrag ermöglichen, ohne die Beschäftigten selbst oder die Träger der Beschäftigungsprojekte zu überfordern.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es gemeinnützige Betriebe in München, die meisten in der Trägerschaft der Wohlfahrtsverbände. Sie haben in der Vergangenheit Langzeitarbeitslose und Menschen mit mehreren Vermittlungshemmnissen Arbeit und Beschäftigung ermöglicht. Seit der Arbeitsmarktreform 2011 wurden die Finanzmittel des Bundes für Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen radikal gekürzt.
„Viele gemeinnützige Beschäftigungsbetriebe stehen vor dem Ruin und die Menschen auf der Straße“, so Huber. Die Bundespolitik verhindere derzeit einen sinnvollen Dritten Arbeitsmarkt mit umfassender und nachhaltiger Wirkung. Eine Unterstützung des Bundes könnte die Stadt für sein Vorhaben dringend brauchen. „Insofern zollen wir Herrn Schmid großen Respekt, dass er entgegen dem Bundestrend hier in München für Langzeitarbeitslose ein sinnvolles Angebot entwickeln will.“

Huber hofft, dass über die jetzt geplanten drei Jahre hinaus ein Angebot für mehr als 200 Personen entsteht. Die Wohlfahrtspflege und ihre gemeinnützigen Betriebe seien gute Partner für die Entwicklung eines umsetzbaren Konzepts. Sie verfügten über langjährige Erfahrungen mit dem Zweiten Arbeitsmarkt, der vor allem für den Ersten Arbeitsmarkt qualifizieren soll, und stellten einen großen Teil der Beschäftigungsplätze zur Verfügung

 

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