Wohlfahrtsverbände: "Wir brauchen mehr Asylunterkünfte"

Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege appelliert an die Bevölkerung, mehr und - wo machbar - auch größere Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge und Asylbewerber in ihrer Nachbarschaft zu akzeptieren. Die Stadt stehe vor der großen Herausforderung, bis Ende dieses Jahres weitere 4000 bis 6000 Flüchtlinge unterbringen zu müssen. „Der Wunsch nach kleinen Einheiten und einer gerechten Verteilung nach Stadtvierteln ist verständlich. Dennoch werden wir mehr und auch größere Asylunterkünfte brauchen“ sagt Norbert J. Huber, Geschäftsführer der Caritas-Zentren München Stadt/Land und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege in München.

Stadt muss steigende Flüchtlingsströme bewältigen
Die Proteste der Anwohner gegen Dependancen der Erstaufnahme-Einrichtungen und gegen Gemeinschaftsunterkünfte bringen keine Lösung für die weitere Unterbringung. „Wir werden in diesem Jahr nach Schätzungen von staatlichen Stellen eine weitere Zunahme der Flüchtlingsströme um 50 Prozent erleben“, stellt Huber fest. Nicht alle Flüchtlinge und Asylbewerber könnten an kleineren Standorten untergebracht werden. Dem Stadtrat liege in der Sitzung am 25. März ein schlüssiges Konzept für die Unterbringung vor. Die Stadt versuche damit, der steigenden Zahl von Flüchtlingen gerecht zu werden. Zusammen mit den Leistungen der Wohlfahrtsverbände, die in den Gemeinschaftsunterkünften die Betreuung und Beratung der Flüchtlinge und Asylbewerber übernehmen, stelle dies ein bewährtes Modell dar.

Mehr Räume für Kinderbetreuung und Deutschunterricht
Die Caritas als größter Betreuer der Gemeinschaftsunterkünfte fordere, dass für die neuen Standorte von Anfang an Räume für die Kinderbetreuung und für Unterricht mitgeplant würden. „In den bestehenden Gemeinschaftsunterkünften fehlen Räume für unsere Arbeit vor allem mit den Kindern“, so Huber. Es wäre eine große Hilfe, wenn für Hausaufgabenhilfe, Nachmittagsbetreuung und für Deutschunterricht Räume zur Verfügung stünden.

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